Rotlichtmessverfahren

Ähnlich wie die Drucksensormessverfahren arbeiten auch die meisten Rotlichtmessanlagen mit fest verlegten Sensorkabeln / Induktionsschleifen. Häufig verwendete Geräte sind:

Das  Poliscan F1 HP kommt hingegen ohne fahrbahnfeste Sensoren aus, weil bei diesem Gerät Laserpuls-Laufzeitmessungen ausgewertet werden. Vereinzelt werden in der Praxis Rotlichtverstöße auch durch Videoüberwachung des Verkehrsraumes festgestellt. Dabei werden von der Polizei bzw. den Messbediensteten von Kommunen u.U. handelsübliche - ungeeichte - Videokameras verwendet. Den Rotlichtmessverfahren ist jedoch gemeinsam, dass die Zeiten von Fahrzeugen beim Passieren einer rot anzeigenden Lichtsignalanlage (LSA) gemessen werden.

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PoliscanSpeed F1 HP - stationäre Rotlichtüberwachungsanlage (oben) und Messfotos mit Dateneinblendungen zu Gelb- und Rotzeit (unten)

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Üblicherweise wird von den zugelassenen Geräten der Zeitpunkt der Umschaltung der LSA von Grün auf Gelb und Rot registriert und eine Stoppuhr gestartet. Ein erstes Foto mit Einblendung der Rotzeit (ggf. auch der Gelbzeit) wird ausgelöst, wenn ein Fahrzeug die meist kurz nach der Haltelinie in der Fahrbahn verlegte Induktionsschleife überquert. Beim Überqueren einer zweiten Induktionsschleife bzw. nach einer definierten Zeitdauer wird ein zweites Foto ausgelöst, womit eine Bewegung des Fahrzeuges in die Kreuzung hinein dokumentiert wird. Die Fotopositionen des erfassten Fahrzeuges und die in den Datenfeldern der Beweisfotos eingeblendeten Rotzeiten (ggf. mit Fahrspurzuordnung) können nachträglich bezüglich Plausibilität und technischer Realisierbarkeit ausgewertet werden. Aus den Überfahrzeiten und den definierten Abständen der Induktionsschleifen sind auch Durchschnittsgeschwindigkeiten von Fahrzeugen zu ermitteln. Geometrische Messfehler zum Nachteil Betroffener (z.B. Schrägfahrt eines Fahrzeuges über die Sensorkabel) können bei diesem Verfahren nicht auftreten.

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Traffipax Traffiphot III - stationäre Rotlichtüberwachungsanlage - zwei Messfotos mit Dokumentation eines Rotlichtverstoßes

Durch einen Sachverständigen ist bei einer Ortsbesichtigung der Messort mit Zustand der Messanlage ggf. der Induktionsschleifen und die Ampelphasen zu überprüfen. Beispielsweise muss sichergestellt werden, dass die für unterschiedliche zulässige Höchstgeschwindigkeiten geltenden Zeiten der Gelbphase (bei 50 km/h 3 s; 70 km/h 5 s)  auch tatsächlich geschaltet werden.

Durch Auswertung der Messfotos sind ggf. Gerätedefekte (z.B. fehlerhafte Dateneinblendungen durch mechanische Fehler beim Filmtransport) festzustellen. Die Fotopositionen eines Fahrzeuges sind mit dessen Geschwindigkeit auf Plausibilität zu überprüfen. Im Ergebnis dieser Analysen ist meist anzugeben, ob der Vorwurf eines Rotlichtverstoßes (ab 1s Rotzeit spricht man von einem sog. "qualifizierten Rotlichtverstoß", welcher zu Fahrverbot führen kann) hinreichend sicher nachgewiesen ist, oder ob technisch begründbare Zweifel am Messergebnis bestehen.

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